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[Ausstellungsdetails]

Donnerstag, 26.05.2011 bis

Ausstellungseröffnung

am Donnerstag 26.5. 2011 im Wasserturm in Anwesenheit der beiden Bürgermeister aus Amt Neuhaus und Hitzacker(Elbe) Uhrzeit 14.00 Uhr

Seit 20 Jahren pendeln Menschen wieder über die Elbe

Eine Gemeinschaftsproduktion aus dem Amt Neuhaus und dem Museum Das Alte Zollhaus Hitzacker zeigt Lebenswege an der Elbe – z.Z. im Wasserturm Lüneburg

Hitzacker. Zwanzig Jahre Deutsche Einheit – wo ist sie im Wendland deutlicher spürbar als an der Elbe, die jahrzehntelang die schwer bewachte Grenze zwischen Ost und West war. Das Museum Das Alte Zollhaus Hitzacker zeigt derzeit eine Wander-Ausstellung unter dem Titel „Lebenswege an der Elbe“ in einer Kooperation mit der Gemeinde Amt Neuhaus im Wasserturm. Sechzehn Objekte in Verbindung mit großformatigen Tafeln erzählen aus dem Leben von Menschen beiderseits des Flusses. Menschen, deren Familien hier schon seit Generationen beheimatet sind oder die der Zweite Weltkrieg bis hierhin trieb. Oder wie Wilhelm Jahnke, der nun täglich über die Elbe zu seiner Arbeitsstelle nach Lüneburg pendelt. Eine Aussiedlerfamilie aus dem heute polnischen Bromberg/Bydgoszcz steht für jene, die erst mit der Wende 1989 aufbrachen in eine neue Existenz an der Elbe.

„Wir haben die Schicksalswege von Menschen aus dem Amt Neuhaus aufgespürt und sie mit denen von Berufskollegen in Hitzacker verbunden“, sagt Museumsleiter Klaus Lehmann. So berichtet eine Ausstellungstafel vom Wirken der Neuhauser Lehrerin Ilse Hüls, die viele Schülergenerationen aus der Nachkriegszeit in die Wirklichkeit der DDR-Gesellschaft führte und dabei doch nie ihren Anspruch aufgab, den Kindern Geborgenheit und Orientierung auch jenseits der Staatsdoktrin zu geben. Christian Zühlke, ehemaliger Lehrer in Hitzacker und Ex-Landrat im Wendland, kam als Kriegskind aus Pommern an an die Weser und später an die Elbe an.

Wilhelm Jahnke aus Bitter-Herrenhof gegenüber von Hitzacker, dort wohnhaft, wo die Fähre anlegt, steht wie kein anderer in der Ausstellung für Menschen, die auch heute noch täglich die Seiten wechseln, um ihr Brot zu verdienen. Jahnke, 1949 in Herrenhof als Sohn eines von Stettin an die Elbe gewanderten Arbeiters und einer Einheimischen geboren, verließ die DDR als Flüchtling – durch den Fluß schwimmend. Nach der Wende kehrte er heim, um heute jeden Tag mit Boot und Auto zur Arbeit in den „Westen“ zu fahren.

Die Berichte über Künstler wie den Musiker Hans Döscher, den Zöllner Otto Meyer, der 1970 die tragische Flucht zweier Jungen aus dem Amt Neuhaus erlebte, über Pastoren von hüben und drüben, Männer von Wasser- und Schiffahrtsämtern und Menschen, die Zwangsaussiedlung und Flucht überlebten, hat die Journalistin Karin Toben aus dem Dorf Rassau am Ostufer der Elbe für die Ausstellung ausführlich interviewt und aufgeschrieben.

Nach Hitzacker und Neuhaus ist die Ausstellung derzeit im Wasserturm in Lüneburg zu sehen. Der Maler und Grafiker Friedhelm Zeuner hat ein großformatiges Tafelbild beigesteuert, das das Thema Flucht und Ankommen spiegelt. Die Ausstellung wird gefördert vom Lüneburgischen Landschaftsverband, der Sparkasse Uelzen-Lüchow-Dannenberg und der Sparkasse Lüneburg und dem Museumsverbund Lüchow-Dannenberg.